Der Verein

Kneipp Verein Prien

Meilensteine des Kneipp-Vereins Prien

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1928

Ein erster Kneipp-Verein entsteht

Am 23. Februar wird in Prien erstmals ein Kneipp-Verein gegründet. Zum Vorsitzenden wird Kupferschmiedemeister Kimmich gewählt. Der Verein tritt später jedoch kaum noch in Erscheinung und wird vermutlich wieder aufgelöst.
1954

Gründung des heutigen Kneipp-Vereins

Am 27. Januar 1954 wird der Kneipp-Verein Prien am Chiemsee im Hotel „Bayerischer Hof“ gegründet. Mehr als 70 Interessierte hatten bereits ihre Mitgliedschaft angemeldet. Erster Vorsitzender wird Paul Schober. Dr. Herbert Matusczyk hält den Gründungsvortrag und prägt in den folgenden Jahren entscheidend die Entwicklung Priens zum Kneippkurort.

1958

Das erste öffentliche Wassertretbecken

Im Eichental entsteht das erste für die Öffentlichkeit bestimmte Wassertretbecken in Prien – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Kneippkurort.
1960

Prien wird Kneippkurort

Am 28. November wird Prien offiziell als Kneippkurort anerkannt. Der Kneipp-Verein zählt zu diesem Zeitpunkt 115 Mitglieder.
1974

Beginn der Wassergymnastik

Der Kneipp-Verein startet mit regelmäßiger Wassergymnastik im Hallenbad der Kurklinik Kronprinz. Nach der Vereinschronik ist es das erste Angebot dieser Art in Prien und Umgebung.
1986

Wirbelsäulengymnastik kommt hinzu

Eine regelmäßige Wirbelsäulengymnastik für Mitglieder und Nichtmitglieder erweitert das Gesundheitsangebot des Vereins. Auch dieses Angebot ist damals neu in Prien.
1990

Kneipp-Büste im Kleinen Kurpark

Der Kneipp-Verein stiftet die Büste Sebastian Kneipps im Kleinen Kurpark. Die Vereinschronik nennt 1990 als Jahr der Aufstellung.
1997

250 Mitglieder

Der Verein wächst auf 250 Mitglieder und beteiligt sich mit einer historischen Aktion im Kleinen Kurgarten an der 100-Jahr-Feier zur Markterhebung Priens.
1999

Der Verein wächst weiter zusammen

40 Mitglieder des aufgelösten Kneipp-Vereins Achental werden in den Kneipp-Verein Prien aufgenommen. Die Chronik beschreibt den Verein inzwischen als Gesundheitsverein für Priener und Gäste.
2004

50 Jahre Kneipp-Verein Prien

Mit einem Fest und einem Konzert der Blaskapelle Prien feiert der Verein sein 50-jähriges Bestehen. Der langjährige Vorsitzende Hugo Leikermoser wird für 30 Jahre Einsatz für die Kneipp-Bewegung ausgezeichnet.
2026

259 Mitglieder und ein vielfältiges Gesundheitsprogramm

Mehr als sieben Jahrzehnte nach der Gründung zählt der Kneipp-Verein Prien 259 Mitglieder. Zugleich soll das Kursangebot weiterentwickelt und die Ausbildung eigener Kursleiter verstärkt werden.

Kneipp Verein Prien

Seit 1954 für Gesundheit und Lebensqualität am Chiemsee

Die Geschichte des Kneipp-Vereins Prien ist eng mit der Entwicklung Priens als Kneippkurort verbunden. Seit mehr als sieben Jahrzehnten setzen sich Menschen im Verein dafür ein, die Gesundheitslehre Sebastian Kneipps lebendig zu halten und zeitgemäß weiterzugeben.

Dabei war der Verein gerade in seinen Anfangsjahren mehr als eine Gemeinschaft von Kneipp-Anhängern. Er gehörte zu jenen Kräften, die sich dafür einsetzten, Gesundheit, Kurwesen und Fremdenverkehr in Prien weiterzuentwickeln.

Die Verbindung Priens mit der Kneipp-Idee reicht sogar noch weiter zurück: Bereits 1928 wurde erstmals ein Kneipp-Verein im Ort gegründet. Dieser trat später allerdings kaum noch in Erscheinung und wurde vermutlich wieder aufgelöst.

Kneipp Verein Prien

1954: Ein Verein und eine Idee nehmen Gestalt an

Die „Geburtsurkunde“ des heutigen Kneipp-Vereins: Einladung zur Gründungsversammlung am 27. Januar 1954 in der Bauernstube des Hotels „Bayer. Hof“ in Prien.
Der heutige Kneipp-Verein Prien wurde am 27. Januar 1954 in der Bauernstube des Hotels „Bayerischer Hof“ gegründet.

Das Interesse war von Anfang an groß. Schon vor der Gründungsversammlung hatten sich mehr als 70 Personen als Mitglieder angemeldet. Einen entscheidenden Impuls gab der Arzt Dr. Herbert Matusczyk, der seit 1953 die ärztliche Leitung des Kneippkurhauses Strandhotel innehatte. In seinem Gründungsvortrag erläuterte er nicht nur die Ziele der Kneippbewegung, sondern entwarf zugleich die Vorstellung, Prien aufgrund seiner Lage zwischen See, Bergen und Wäldern zu einem Kneippkurort weiterzuentwickeln.

Zum ersten Vorsitzenden wurde der ehemalige Postmeister Paul Schober gewählt. Hansjörg Scheyerer übernahm das Amt des Zweiten Vorsitzenden, Hans Kraus die Kasse. Dr. Matusczyk gehörte als Vertreter der Ärzteschaft dem Beirat an. Auch die Gemeinde unterstützte den neuen Verein.

Kneipp Verein Prien

Auf dem Weg zum Kneippkurort

„Prien auf dem Wege zum Kneipp-Kurort“: Die örtliche Presse berichtete ausführlich über die Gründung des Kneipp-Vereins und die Pläne, Prien als Kneippkurort weiterzuentwickeln.
In den folgenden Jahren beteiligte sich der Verein aktiv an der Entwicklung des Kurwesens in Prien. Als über den Ausbau des Hotels Kronprinz und ein Kurmittelhaus diskutiert wurde, unterstützte der Kneipp-Verein dieses Vorhaben ausdrücklich. Gleichzeitig machte er mit regelmäßigen Vorträgen die Gedanken Sebastian Kneipps in der Bevölkerung bekannt.

Ein sichtbarer Meilenstein folgte 1958: Im Eichental entstand das erste öffentliche Wassertretbecken Priens. Zwei Jahre später, am 28. November 1960, wurde Prien offiziell als Kneippkurort anerkannt. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Kneipp-Verein bereits 115 Mitglieder.

Damit hatte eine Entwicklung ihr Ziel erreicht, die wenige Jahre zuvor noch als Zukunftsidee diskutiert worden war.

Die Verbindung Priens mit der Kneipp-Idee reicht sogar noch weiter zurück: Bereits 1928 wurde erstmals ein Kneipp-Verein im Ort gegründet. Dieser trat später allerdings kaum noch in Erscheinung und wurde vermutlich wieder aufgelöst.

Kneipp Verein Prien

Dr. Herbert Matusczyk – ein wichtiger Wegbereiter



Vater des Kneippgedankens von Prien

Eine besondere Rolle spielte dabei Dr. Herbert Matusczyk. Der Mediziner hatte sich schon vor seiner Zeit in Prien intensiv mit Kneippverfahren beschäftigt und war 1950 am Aufbau eines Kneippsanatoriums in Holzhausen bei Teisendorf beteiligt. 1953 kam er nach Prien, wurde später Gemeinderat und leitete ab 1960 viele Jahre die Kurklinik Kronprinz.

Innerhalb der Priener Kneippbewegung galt er später als „Vater des Kneippgedankens von Prien“. Für seine Verdienste wurde er unter anderem mit dem Goldenen Ehrenabzeichen des Kneipp-Bundes ausgezeichnet.

Kneipp Verein Prien

Vom Kneipp-Verein zum Gesundheitsverein

Mit den Jahrzehnten entwickelte sich auch das Angebot des Vereins weiter.

1974 begann die regelmäßige Wassergymnastik im Hallenbad der Kurklinik Kronprinz – nach der Vereinschronik damals das erste Angebot dieser Art in Prien und Umgebung. Hinzu kamen Kneipp- und Abendwanderungen, Gesundheitsvorträge, Heilfasten sowie gemeinschaftliche Veranstaltungen.

1986 folgte die regelmäßige Wirbelsäulengymnastik für Mitglieder und Nichtmitglieder. Auch sie war zu dieser Zeit ein neues Angebot in Prien.

Der Verein wuchs kontinuierlich. 1990 wurden 200 Mitglieder gezählt, 1997 waren es bereits 250. 1999 kamen 40 Mitglieder des aufgelösten Kneipp-Vereins Achental hinzu. Die Festschrift beschreibt die Entwicklung dieser Jahre treffend: Aus dem klassischen Kneipp-Verein war zunehmend ein Gesundheitsverein für Priener und Gäste geworden.

Kneipp Verein Prien

Menschen für Menschen

Doch Vereinsgeschichte besteht nicht allein aus Jahreszahlen, Angeboten und Mitgliederzahlen.

Eine Überschrift der Chiemgau-Zeitung aus dem Jahr 1991 bringt einen wesentlichen Teil des Vereinslebens auf den Punkt: „Menschen für Menschen“.

Damals wurden langjährige Mitglieder für ihren ehrenamtlichen Einsatz und ihre Treue zum Verein geehrt. Hervorgehoben wurde dabei auch ihre Vorbildfunktion für die nachfolgenden Generationen.

Viele Persönlichkeiten haben den Kneipp-Verein Prien über Jahrzehnte geprägt: von Paul Schober und Gertrud Braun über Erwin Mrotzek und Ludwig Schiele bis zu Hugo Leikermoser, Gretl Häringer und Dr. Karl-Heinz Jochum. Sie und viele weitere ehrenamtlich Engagierte haben Veranstaltungen organisiert, Wissen weitergegeben und dafür gesorgt, dass aus einer Gesundheitsidee gelebte Gemeinschaft wurde.

Kneipp Verein Prien

Eine sichtbare Spur in Prien

Der Kneipp-Verein hat auch im Ortsbild Spuren hinterlassen. Im Kleinen Kurpark erinnert die vom Verein gestiftete Büste Sebastian Kneipps an den Begründer der Gesundheitslehre und zugleich an eine lange Priener Kneipp-Tradition. Die Vereinschronik vermerkt ihre Aufstellung um 1990.

Auch die öffentlichen Kneippanlagen zeigen, wie selbstverständlich Kneipp heute zu Prien gehört. Was in den 1950er-Jahren mit ersten Wassertretmöglichkeiten begann, lässt sich heute an verschiedenen Orten im Gemeindegebiet unmittelbar erleben.

Kneipp Verein Prien

Tradition weiterdenken

Zum 50-jährigen Bestehen des Vereins erinnerte der damalige Vorsitzende Dr. Karl-Heinz Jochum daran, wie stark der Kneipp-Verein in seinen Anfangsjahren in die Entwicklung der Gemeinde hineinwirkte. Zugleich stellte er das soziale Miteinander, Freundschaft und gegenseitige Wertschätzung in den Mittelpunkt.

Dieser Gedanke ist bis heute aktuell.

Die Rahmenbedingungen haben sich verändert, das klassische Kurwesen ebenso. Geblieben ist die Idee Sebastian Kneipps, Gesundheit ganzheitlich zu betrachten – mit Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung.

Der Kneipp-Verein Prien führt diese Tradition weiter und übersetzt sie mit seinen Angeboten immer wieder in die Gegenwart.

So ist er heute beides: Bewahrer einer besonderen Priener Geschichte und eine lebendige Gemeinschaft für Menschen, die Gesundheit, Bewegung und Wohlbefinden bewusst in ihren Alltag integrieren möchten.