Der Verein
Kneipp Verein Prien
Meilensteine des Kneipp-Vereins Prien
Kneipp Verein Prien
Seit 1954 für Gesundheit und Lebensqualität am Chiemsee
Dabei war der Verein gerade in seinen Anfangsjahren mehr als eine Gemeinschaft von Kneipp-Anhängern. Er gehörte zu jenen Kräften, die sich dafür einsetzten, Gesundheit, Kurwesen und Fremdenverkehr in Prien weiterzuentwickeln.
Die Verbindung Priens mit der Kneipp-Idee reicht sogar noch weiter zurück: Bereits 1928 wurde erstmals ein Kneipp-Verein im Ort gegründet. Dieser trat später allerdings kaum noch in Erscheinung und wurde vermutlich wieder aufgelöst.
Kneipp Verein Prien
1954: Ein Verein und eine Idee nehmen Gestalt an
Das Interesse war von Anfang an groß. Schon vor der Gründungsversammlung hatten sich mehr als 70 Personen als Mitglieder angemeldet. Einen entscheidenden Impuls gab der Arzt Dr. Herbert Matusczyk, der seit 1953 die ärztliche Leitung des Kneippkurhauses Strandhotel innehatte. In seinem Gründungsvortrag erläuterte er nicht nur die Ziele der Kneippbewegung, sondern entwarf zugleich die Vorstellung, Prien aufgrund seiner Lage zwischen See, Bergen und Wäldern zu einem Kneippkurort weiterzuentwickeln.
Zum ersten Vorsitzenden wurde der ehemalige Postmeister Paul Schober gewählt. Hansjörg Scheyerer übernahm das Amt des Zweiten Vorsitzenden, Hans Kraus die Kasse. Dr. Matusczyk gehörte als Vertreter der Ärzteschaft dem Beirat an. Auch die Gemeinde unterstützte den neuen Verein.
Kneipp Verein Prien
Auf dem Weg zum Kneippkurort
Ein sichtbarer Meilenstein folgte 1958: Im Eichental entstand das erste öffentliche Wassertretbecken Priens. Zwei Jahre später, am 28. November 1960, wurde Prien offiziell als Kneippkurort anerkannt. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Kneipp-Verein bereits 115 Mitglieder.
Damit hatte eine Entwicklung ihr Ziel erreicht, die wenige Jahre zuvor noch als Zukunftsidee diskutiert worden war.
Die Verbindung Priens mit der Kneipp-Idee reicht sogar noch weiter zurück: Bereits 1928 wurde erstmals ein Kneipp-Verein im Ort gegründet. Dieser trat später allerdings kaum noch in Erscheinung und wurde vermutlich wieder aufgelöst.
Kneipp Verein Prien
Dr. Herbert Matusczyk – ein wichtiger Wegbereiter
Vater des Kneippgedankens von Prien
Innerhalb der Priener Kneippbewegung galt er später als „Vater des Kneippgedankens von Prien“. Für seine Verdienste wurde er unter anderem mit dem Goldenen Ehrenabzeichen des Kneipp-Bundes ausgezeichnet.
Kneipp Verein Prien
Vom Kneipp-Verein zum Gesundheitsverein
Mit den Jahrzehnten entwickelte sich auch das Angebot des Vereins weiter.
1974 begann die regelmäßige Wassergymnastik im Hallenbad der Kurklinik Kronprinz – nach der Vereinschronik damals das erste Angebot dieser Art in Prien und Umgebung. Hinzu kamen Kneipp- und Abendwanderungen, Gesundheitsvorträge, Heilfasten sowie gemeinschaftliche Veranstaltungen.
1986 folgte die regelmäßige Wirbelsäulengymnastik für Mitglieder und Nichtmitglieder. Auch sie war zu dieser Zeit ein neues Angebot in Prien.
Der Verein wuchs kontinuierlich. 1990 wurden 200 Mitglieder gezählt, 1997 waren es bereits 250. 1999 kamen 40 Mitglieder des aufgelösten Kneipp-Vereins Achental hinzu. Die Festschrift beschreibt die Entwicklung dieser Jahre treffend: Aus dem klassischen Kneipp-Verein war zunehmend ein Gesundheitsverein für Priener und Gäste geworden.
Kneipp Verein Prien
Menschen für Menschen
Doch Vereinsgeschichte besteht nicht allein aus Jahreszahlen, Angeboten und Mitgliederzahlen.
Eine Überschrift der Chiemgau-Zeitung aus dem Jahr 1991 bringt einen wesentlichen Teil des Vereinslebens auf den Punkt: „Menschen für Menschen“.
Damals wurden langjährige Mitglieder für ihren ehrenamtlichen Einsatz und ihre Treue zum Verein geehrt. Hervorgehoben wurde dabei auch ihre Vorbildfunktion für die nachfolgenden Generationen.
Viele Persönlichkeiten haben den Kneipp-Verein Prien über Jahrzehnte geprägt: von Paul Schober und Gertrud Braun über Erwin Mrotzek und Ludwig Schiele bis zu Hugo Leikermoser, Gretl Häringer und Dr. Karl-Heinz Jochum. Sie und viele weitere ehrenamtlich Engagierte haben Veranstaltungen organisiert, Wissen weitergegeben und dafür gesorgt, dass aus einer Gesundheitsidee gelebte Gemeinschaft wurde.
Auch die öffentlichen Kneippanlagen zeigen, wie selbstverständlich Kneipp heute zu Prien gehört. Was in den 1950er-Jahren mit ersten Wassertretmöglichkeiten begann, lässt sich heute an verschiedenen Orten im Gemeindegebiet unmittelbar erleben.
Kneipp Verein Prien
Tradition weiterdenken
Zum 50-jährigen Bestehen des Vereins erinnerte der damalige Vorsitzende Dr. Karl-Heinz Jochum daran, wie stark der Kneipp-Verein in seinen Anfangsjahren in die Entwicklung der Gemeinde hineinwirkte. Zugleich stellte er das soziale Miteinander, Freundschaft und gegenseitige Wertschätzung in den Mittelpunkt.
Dieser Gedanke ist bis heute aktuell.
Die Rahmenbedingungen haben sich verändert, das klassische Kurwesen ebenso. Geblieben ist die Idee Sebastian Kneipps, Gesundheit ganzheitlich zu betrachten – mit Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung.
Der Kneipp-Verein Prien führt diese Tradition weiter und übersetzt sie mit seinen Angeboten immer wieder in die Gegenwart.
So ist er heute beides: Bewahrer einer besonderen Priener Geschichte und eine lebendige Gemeinschaft für Menschen, die Gesundheit, Bewegung und Wohlbefinden bewusst in ihren Alltag integrieren möchten.



